Klare Rahmenbedingungen
| Von guidoetterlin @ 20:29 | [ Allgemein ] |
Andrea Sterchi vom Tagblatt in Rorschach hat sich interessiert für Aspekte rund um die Basisstufe.
„Ich will klare Rahmenbedingungen“
Der Kanton will keine obligatorische Basisstufe. Noch offen ist, ob die Gemeinden sie freiwillig einführen können. Schulratspräsident Guido Etterlin wünscht sich klare Rahmenbedingungen bevor eine dahingehende Diskussion geführt werden kann.
Andrea Sterchi
Rorschach. Ein Viertel der Rorschacher Kinder bekunden wie an allen anderen Orten Mühe mit dem Übertritt vom Kindergarten in die Unterstufe. Je nach Stärke des Jahrgangs können das 20 von 80 Kindern sein. „Sollen wir jetzt die Kinder oder das System anpassen“, fragt Guido Etterlin, Schulratspräsident in Rorschach. Eine Möglichkeit, die Einschulung flexibler zu gestalten bietet die Basisstufe, in der die Kinder im Kindergartenalter bis zur zweiten Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Das verursacht Mehrkosten. Diese sind dem Erziehungsrat zu hoch, er hat deshalb entschieden, die Basisstufe im Kanton nicht obligatorisch einzuführen. Noch offen ist, ob die Gemeinden dies freiwillig tun können, und wenn ja, auf wessen Rechnung.
Know How aus Pilotversuch
Rorschach ist eine der 15 Gemeinden, in denen die Basisstufe als Pilot geführt wurde. Guido Etterlins Fazit: „Der Versuch läuft sehr gut.“ Seiner Meinung nach hat aber ein Transfer in die Schule nicht stattgefunden, da der Versuch nur eine einzige Klasse an der Impulsschule der Pädagogischen Hochschule betraf. Mit nur einer Klasse könnten sie die Auswirkungen auf das gesamte Schulsystem nicht beurteilen. „Aber“, sagt, Etterlin, „wir haben jetzt das Know How.“ Er persönlich hat ein Anliegen. Wegen Zu- und Wegzügen tauscht die Schule Rorschach intensiv Schüler mit anderen Gemeinden aus. „Wir dürfen bei der Beschulung keinen Salat anrichten. Wir müssen gewährleisten, dass die Kinder vernünftig von einem System ins andere wechseln können. Vielleicht könnten wir uns ja aufraffen und eine regionale Lösung umsetzen!“
Klare Regeln vor Diskussion
Der Entscheid des Erziehungsrates hat Guido Etterlin nicht überrascht. Für ihn ist jedoch klar: „Jetzt muss der Kanton klare Rahmenbedingungen schaffen.“ Erst dann könne die Diskussion über eine allfällige Einführung der Basisstufe in Rorschach oder über alternative Projekte geführt werden. „Dann ist die Schule gefordert, wie sie ihr Angebot verändern will.“
Basisstufe in Rorschach?
Die SP St. Gallen fordert, dass die Gemeinden die Basisstufe freiwillig einführen können. Guido Etterlin, Mitglied der SP, warnt vor einem „Modellwirrwarr“ im Kanton. „Wir brauchen eine starke Volksschule und sollen sie nicht schwächen.“ Bisher seien immer nur Pro und Contra der Basisstufe diskutiert worden. „Wir sollten uns aber fragen, ob wir verschiedene unterschiedliche Beschulungssysteme nebeneinander haben wollen. Das muss sich auch die SP überlegen.“
Nicht nur Mehrkosten zählen
Guido Etterlin bedauert, dass in der Diskussion um die Basisstufe derzeit nur die finanzielle Rechnung gemacht wird, obwohl noch nicht entschieden ist, ob etwas und wenn ja, was finanziert werden soll. Er verwehrt sich gegen die ständige Diskussion um den Mehrwert. „Jeder Schüler, der gut durch die Schule kommt und eine gute Anschlussmöglichkeit - ob Lehre oder weiterführende Schule findet -, bedeutet den allergrössten Mehrwert.“ Für den Schulratspräsidenten ist es „immens wichtig“, den Kindern einen guten Schulstart zu ermöglichen. Der Zwischenentscheid der Regierung hat seiner Meinung nach die politische Durchsetzbarkeit solcher Projekte wie die Basisstufe erschwert. „In Rorschach wäre sie eine beträchtliche politische Herausforderung“, schätzt Etterlin.
Mit Blick auf „Kids“
Über die freiwillige Basisstufe und ihre Finanzierung muss nun der Kantonsrat entscheiden und das Volk, sollte es zu einer Referendumsabstimmung kommen. Guido Etterlin begrüsst diesen Weg. „Es ist ein Entscheid mit grosser Tragweite. Da ist ein Konsens wichtig.“ Eine Prognose, wie es in Rorschach dereinst kommen soll, wagt er nicht. Sicher aber verfolgt er das Schulprojekt „Kids“ in St. Gallen, in dem Erst- und Zweitklässler in die gleiche Klasse gehen, der Kindergarten aber klar von der Primarschule getrennt ist. „Aber erst wenn die Ausgangslage klar ist, entscheiden wir mit allen Betroffenen, welcher Weg für uns der Richtige ist.“
„Ich will klare Rahmenbedingungen“
Der Kanton will keine obligatorische Basisstufe. Noch offen ist, ob die Gemeinden sie freiwillig einführen können. Schulratspräsident Guido Etterlin wünscht sich klare Rahmenbedingungen bevor eine dahingehende Diskussion geführt werden kann.
Andrea Sterchi
Rorschach. Ein Viertel der Rorschacher Kinder bekunden wie an allen anderen Orten Mühe mit dem Übertritt vom Kindergarten in die Unterstufe. Je nach Stärke des Jahrgangs können das 20 von 80 Kindern sein. „Sollen wir jetzt die Kinder oder das System anpassen“, fragt Guido Etterlin, Schulratspräsident in Rorschach. Eine Möglichkeit, die Einschulung flexibler zu gestalten bietet die Basisstufe, in der die Kinder im Kindergartenalter bis zur zweiten Klasse gemeinsam unterrichtet werden. Das verursacht Mehrkosten. Diese sind dem Erziehungsrat zu hoch, er hat deshalb entschieden, die Basisstufe im Kanton nicht obligatorisch einzuführen. Noch offen ist, ob die Gemeinden dies freiwillig tun können, und wenn ja, auf wessen Rechnung.
Know How aus Pilotversuch
Rorschach ist eine der 15 Gemeinden, in denen die Basisstufe als Pilot geführt wurde. Guido Etterlins Fazit: „Der Versuch läuft sehr gut.“ Seiner Meinung nach hat aber ein Transfer in die Schule nicht stattgefunden, da der Versuch nur eine einzige Klasse an der Impulsschule der Pädagogischen Hochschule betraf. Mit nur einer Klasse könnten sie die Auswirkungen auf das gesamte Schulsystem nicht beurteilen. „Aber“, sagt, Etterlin, „wir haben jetzt das Know How.“ Er persönlich hat ein Anliegen. Wegen Zu- und Wegzügen tauscht die Schule Rorschach intensiv Schüler mit anderen Gemeinden aus. „Wir dürfen bei der Beschulung keinen Salat anrichten. Wir müssen gewährleisten, dass die Kinder vernünftig von einem System ins andere wechseln können. Vielleicht könnten wir uns ja aufraffen und eine regionale Lösung umsetzen!“
Klare Regeln vor Diskussion
Der Entscheid des Erziehungsrates hat Guido Etterlin nicht überrascht. Für ihn ist jedoch klar: „Jetzt muss der Kanton klare Rahmenbedingungen schaffen.“ Erst dann könne die Diskussion über eine allfällige Einführung der Basisstufe in Rorschach oder über alternative Projekte geführt werden. „Dann ist die Schule gefordert, wie sie ihr Angebot verändern will.“
Basisstufe in Rorschach?
Die SP St. Gallen fordert, dass die Gemeinden die Basisstufe freiwillig einführen können. Guido Etterlin, Mitglied der SP, warnt vor einem „Modellwirrwarr“ im Kanton. „Wir brauchen eine starke Volksschule und sollen sie nicht schwächen.“ Bisher seien immer nur Pro und Contra der Basisstufe diskutiert worden. „Wir sollten uns aber fragen, ob wir verschiedene unterschiedliche Beschulungssysteme nebeneinander haben wollen. Das muss sich auch die SP überlegen.“
Nicht nur Mehrkosten zählen
Guido Etterlin bedauert, dass in der Diskussion um die Basisstufe derzeit nur die finanzielle Rechnung gemacht wird, obwohl noch nicht entschieden ist, ob etwas und wenn ja, was finanziert werden soll. Er verwehrt sich gegen die ständige Diskussion um den Mehrwert. „Jeder Schüler, der gut durch die Schule kommt und eine gute Anschlussmöglichkeit - ob Lehre oder weiterführende Schule findet -, bedeutet den allergrössten Mehrwert.“ Für den Schulratspräsidenten ist es „immens wichtig“, den Kindern einen guten Schulstart zu ermöglichen. Der Zwischenentscheid der Regierung hat seiner Meinung nach die politische Durchsetzbarkeit solcher Projekte wie die Basisstufe erschwert. „In Rorschach wäre sie eine beträchtliche politische Herausforderung“, schätzt Etterlin.
Mit Blick auf „Kids“
Über die freiwillige Basisstufe und ihre Finanzierung muss nun der Kantonsrat entscheiden und das Volk, sollte es zu einer Referendumsabstimmung kommen. Guido Etterlin begrüsst diesen Weg. „Es ist ein Entscheid mit grosser Tragweite. Da ist ein Konsens wichtig.“ Eine Prognose, wie es in Rorschach dereinst kommen soll, wagt er nicht. Sicher aber verfolgt er das Schulprojekt „Kids“ in St. Gallen, in dem Erst- und Zweitklässler in die gleiche Klasse gehen, der Kindergarten aber klar von der Primarschule getrennt ist. „Aber erst wenn die Ausgangslage klar ist, entscheiden wir mit allen Betroffenen, welcher Weg für uns der Richtige ist.“


